{"id":194,"date":"2012-06-30T23:08:45","date_gmt":"2012-06-30T21:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.smb-kleinenbroich.de\/2012\/06\/30\/fusswallfahrt-nach-trier-2012\/"},"modified":"2023-11-01T20:38:47","modified_gmt":"2023-11-01T19:38:47","slug":"fusswallfahrt-nach-trier-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smb-kleinenbroich.de\/home\/2012\/06\/30\/fusswallfahrt-nach-trier-2012\/","title":{"rendered":"Fu\u00dfwallfahrt nach Trier 2012"},"content":{"rendered":"<p>Unter der Jahreslosung &#8222;&#8230; und f\u00fchre zusammen was getrennt ist&#8220; machten sich 67 Pilger am 17.05.2012 auf den Weg nach Trier.<\/p>\n<p>Die Vorfreude auf eine Wallfahrt ist was einen antreibt, begeistert energenitisiert. Sie macht aktiv, st\u00e4rkt das Selbstbewusstsein und verleiht einem Kraft. Durch Erz\u00e4hlungen wird die Vorfreude gesteigert. So macht Stress Spa\u00df.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach vielen kleinen Etappen, wie Kleinjerusalem, T\u00f6nisvorst seit 1982, hatte ich auch schon mal \u00fcber Trier nachgedacht. Da Erna mich schon mehrmals gefragt hatte, warum geht ihr nie mit nach Trier. Nach Trier? Pilgern? Nein danke, ging es mir durch den Kopf. Aber irgendwas blieb in meinem Kopf. Etwas sp\u00e4ter fragte ich Gertrude:\u0093 Wollen wir mal mit nach Trier?\u0093 \u0084Das machen wir\u0093, war die spontane Antwort.<\/p>\n<p>\u0084Was w\u00fcrdest du sagen\u0093, fragte ich Johannes, \u0084wenn ich mich mit Gertrude auf die Socken mache und an der Wallfahrt nach Trier teilnehme?\u0093<\/p>\n<p>\u0084Mensch egal, aber hatten wir nicht ausgemacht etwas zu unternehmen?\u0093 \u0084Ach es ist doch noch Monate bis dahin, ich w\u00fcrde gerne mit Gertrude nach Trier gehen!\u0093<\/p>\n<p>\u0084Was versprecht ihr euch von der Pilgerei?\u0093<\/p>\n<p>\u0084Alle machen das jetzt! Vielleicht um etwas Ruhe zu finden, nach dem Stress der letzten Zeit. Zu entschleunigen (neumodisch gesagt) und geistige Einkehr zu halten, verstehst du?\u0093<\/p>\n<p>\u0084Du meinst, dass Kniebundhosen, Wanderschuhe und muffige \u00fcberteuerte Unterk\u00fcnfte eine gute Voraussetzung daf\u00fcr sind?\u0093<\/p>\n<p>Die haben auch ein Motto f\u00fcr die Wallfahrt:<\/p>\n<p><strong>\u0084Wer ein Wort des Trostes hat, der rede\u0093<\/strong><\/p>\n<p>\u0084Sag mal, was st\u00f6rt dich? Ich hatte gehofft du w\u00fcrdest mitkommen\u0093. \u0084Daf\u00fcr ist mir mein Urlaub zu schade. Ach wei\u00dft du, ich entschleunige lieber zu Hause, bei einem Bier oder beim Sport! Du wirst staunen, wie relaxt ich bin, wenn du von deinem Massenausflug nach Hause kommst\u0093.<\/p>\n<p>Mein Entschluss stand fest, ich pilgere mit nach Trier. Der Knoten war gel\u00f6st. Nun sind Johannes und ich in diesem Jahr zum 18.mal gemeinsam auf Pilgerreise nach Trier. So in etwa war es gewesen&#8230;<\/p>\n<h3><strong>Donnerstag, 17. Mai 2012 &#8211; Christi Himmelfahrt<\/strong><\/h3>\n<p>5.00 Uhr Wortgottesdienst mit Friedhelm. Brudermeisterstab und Pilgerst\u00e4be sind verteilt. Hubertus reicht Karl das Pilgerkreuz. Auszug, Verabschiedung von Freunden, Bekannten, Verwandten. Friedhelm spricht den Reisesegen am Matthiasstein. Glockenl\u00e4uten begleitet uns zur Glehner Str., wo Gernot das Morgengebet spricht.<\/p>\n<p>Der Gottesdienst heute Morgen war ein Erlebnis und ein sch\u00f6ner Start zu einer sch\u00f6nen, erlebnisreichen Wallfahrt.<\/p>\n<p>Im Pilgerschritt geht es dem Kreuztr\u00e4ger Karl hinterher. Der erste Schritt ist getan. Das Pilgerkreuz begleitet uns seit vielen Jahren und geht immer vorneweg. Am Dorfkreuz in Scherfhausen, Aldenhoven, wie auch in Bedburdyck machen wir Halt. Anstatt der \u0084F\u00fcnf Wunden\u0093 tr\u00e4gt Hubertus uns Psalmen vor.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen werden wir noch oft an Kreuzen und Fu\u00dff\u00e4llen vorbei kommen. Einige sind liebevoll geschm\u00fcckt. Andere sind von Unkraut umgeben in dunklen Ecken. Vielleicht auch l\u00e4ngst vergessen. Auf einer Wallfahrt hat man den Blick f\u00fcr versteckte Kreuze. Fr\u00fcher dienten sie als Wegweiser. F\u00fcr viele haben sie keine Bedeutung mehr. W\u00fcrde man nachforschen, so w\u00fcrde man erfahren, dass jedes Kreuz seine eigene Geschichte hat.<\/p>\n<p>8.00 Uhr Bedburdyck, wir sind gut in der Zeit, der Kaffee steht schon bereit. Die Namensschilder sind verteilt. Ein paar Verhaltungsregeln es noch gab, vom Brudermeister mit dem Stab. Die Religion oder der Berufsstand spielt keine Rolle. Wir sind unterwegs gemeinsam. Gemeinsames Beten und Bitten, dass das zusammen w\u00e4chst was zusammen geh\u00f6rt. Dazu dient unser gemeinsamer Glaube.<\/p>\n<p>Gisela, unsere Neupilgerin, hat das Kreuz und den Pilgerschritt \u00fcbernommen. Mit dem Rosenkranzgebet geht es weiter. Schon lange vorher konnte man durch erz\u00e4hlen und durch Erlebnisse bei einigen Pilgern die erkaltete Glut wieder zum Lodern bringen.<\/p>\n<p>65 Pilger sind nun unterwegs. Pilger allen Alters und einige denen man es nie zugetraut hat. Und die, die immer dabei sind, wie unsere Begleiter: Hansi, Arno, Hemma und Peter.<\/p>\n<p>Die B\u00e4nke sind gepackt. Viele Getr\u00e4nke, auch Leckereien aller Sorten, Kuchen und Torten. Die Begleiter sind immer f\u00fcr uns da, ohne Worte. 8 Tage haben sie mit uns M\u00fche und Plage, daf\u00fcr m\u00f6chte ich schon mal <strong>\u0084Danke\u0093<\/strong> sagen.<\/p>\n<p>Sie sind wie Engel \u0096 der Bote. Eigentlich ist das mit den Engeln ganz einfach, sie sind Boten. Boten geh\u00f6ren zu den Hilfskr\u00e4ften. Leute, die etwas zu sagen haben, einen Auftrag, eine Botschaft, eine Nachricht. Ist der Auftrag erf\u00fcllt, kehrt der Bote zur\u00fcck: das sind Engel \u0096 so sind Engel. Zur Erinnerung: das M\u00e4nner Engel sind \u0096 ausschlie\u00dflich, niemals Frauen. Es hei\u00dft \u0084der Engel\u0093. Der Bus, der schwarze Bus. Christiane unsere Fahrerin und Anette sind f\u00fcr die medizinische T\u00e4tigkeit, die Wunden, Schmerzen oder nur zum Reden immer f\u00fcr uns da, und Johannes, er hat die Quartiere bestellt und verwaltet das Geld.<\/p>\n<p>10.20 Uhr Frimmersdorf, hier ist unser erster Halt. Die Stimmung ist wie das Wetter, strahlend.<\/p>\n<p><strong>Zur Losung: Peter B. \u0084und f\u00fchre zusammen, was getrennt ist\u0093: Er nimmt sich unserer Schwachheit an und l\u00e4sst erkennen, was zusammen gef\u00fchrt und sinnvoller Weise getrennt werden sollte.<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0Dem Kreuztr\u00e4ger Burkhard geht\u0092s hinterher. Mit Schweigen stimmen wir uns auf das Kommende unserer Wallfahrt ein. Weiter geht\u0092s an der Erft entlang. Weiden s\u00e4umen das Flussbett der schnell flie\u00dfenden Erft. Betend und singend ziehen wir dahin.<\/p>\n<p>11.50 Uhr in Bedburg zum Mittagessen kommen wir an. Sp\u00e4ter auf dem Rasen sieht man uns ruhen dann. Dazwischen wird gescherzt und gelacht, das geh\u00f6rt dazu wenn man eine Wallfahrt macht.<\/p>\n<p>\u00a0<img decoding=\"async\" src=\"images\/2012\/1. tag mittagspause_b.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>13.00 Uhr. Durch den Schlosspark f\u00fchrt uns der Weg wieder zur Erft. Die Sonne f\u00e4rbt die Erft dunkel-blau. Wie ein Band schl\u00e4ngelt sie sich an uns vorbei. Der Blick reicht weit \u00fcber die gr\u00fcne Landschaft.<\/p>\n<p>15.00 Uhr. Auf dem Hof der Fam. Valder in Thorr kehren wir ein, hier d\u00fcrfen wir wieder zu Gast sein. Der Kuchen von Hedi steht wie aufgereiht f\u00fcr uns bereit, <strong>\u0084Danke\u0093. <\/strong>Heppendorf ist unser n\u00e4chster Halt, hier kommen wir um 16.12 Uhr an.<\/p>\n<p>Hubertus liest einen Psalm. Wir gehen in Stille weiter. Eine Pilgerwoche schafft Distanz zum Alltag und zu den Problemen. Trotz Strapazen ist eines auf der Wallfahrt sp\u00fcrbar; Man kann zur Ruhe kommen. Leib und Seele finden, was sie vermissen. Es ist f\u00fcr alles gesorgt. Man braucht nur zu pilgern. Keine Di\u00e4t, kein Wellness, das richtige Ma\u00df an Bewegung ist vorgegeben. Kondition ist ebenso n\u00f6tig wie Durchhalteverm\u00f6gen. F\u00fcr das Wetter gibt es nur gute Kleidung. F\u00fcr die F\u00fc\u00dfe nur gute gro\u00dfe Schuhe. Dabei vergessen wir was in den Schuhen steckt. Wir laufen und treten t\u00e4glich auf ihnen herum, und vergessen das kleine Wunder am unteren Ende des K\u00f6rpers.<\/p>\n<p>28 Knochen, 31 Gelenke, Sehnen und B\u00e4nder, Muskeln und feinste Nerven. Im Laufe des Lebens tragen sie uns fast 3mal um den Erdball. An einem Wallfahrtstag machen sie 45 \u0096 50 000 Schritte.<\/p>\n<p>17.40 Uhr. Nach dem Abendgebet, wir singend bis zum Gasthof \u0084Neffelthal\u0093 ziehen. Das war der erste Tag auf dem Weg nach Trier<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Freitag, 18. Mai 2012<\/h3>\n<p>Betet nicht um leichtere Last, sondern um einen st\u00e4rkeren R\u00fccken. (T. von Villa)<\/p>\n<p>5.45 Uhr. Wir beginnen, wie jeden Wallfahrtstag, mit dem Morgengebet. (Peter) Im Gegensatz von zu Hause, wo man vielleicht mit Yoga beginnt. Egal, jedes Ritual gibt einem Energie, Konzentration und macht den Geist beweglich. So ist man gest\u00e4rkt f\u00fcr die Herausforderungen des Tages. Manchmal erscheint das Leben grau und tr\u00fcb, wie das Wetter an diesem fr\u00fchen Morgen. Gestern Sonne und klarer Blick und heute Regen. Mit Schirmen ausger\u00fcstet setzen wir unseren Pilgerweg mit Hardy dem Kreuztr\u00e4ger fort. Am Neffelbach vorbei in Richtung N\u00f6rvenich.<strong> <br \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>Zur Losung (Bernhard): Das Eigene wird h\u00f6her und h\u00f6her bewertet und man grenzt sich von anderen ab. Am Schluss versteht man sich nicht mehr.<\/strong><\/p>\n<p>7.18 Uhr, Trinkpause in Hochkirchen.<\/p>\n<p>Kreuz voran. Still ist es auf dem Weg durch die Felder. Kein Verkehrs-l\u00e4rm, keine Musik aus Lautsprechern. Nur noch \u00fcber die Wiese des Sportplatzes, wo das Gras gut riecht, was wir im Alltag nicht so wahrnehmen.<\/p>\n<p>8.20 Uhr, wir sind in Gladbach bei Fam. Briem zum 2.Fr\u00fchst\u00fcck angekommen.<\/p>\n<p>8.50 Uhr, weiter geht\u0092s in Richtung Z\u00fclpich. Betend kommen wir um 10.20 Uhr in Merzenich beim Bauer Berg an, 10.33 Uhr geht\u0092s weiter dann. An der Kapelle wird wieder ein Psalm gelesen. In Stille geht\u0092s weiter. Das Wundersch\u00f6ne auf einer Wallfahrt ist, einfach nur weiter-gehen, der Gedanke und den Blick schweifen lassen. M\u00e4nner schweigen anders. Es sieht so aus, als wollen sie nachdenken, aber sie denken nicht. Sie starren ins Leere und sind nicht unzufrieden damit. Das Schweigen im Alltag w\u00fcrde nicht so gut funktionieren weil, wenn Frauen schweigen wollen, wollen sie etwas sagen. An der Matthiassteele treffen wir auf die Korschenbroicher Pilger. Begr\u00fc\u00dfung und ein gemeinsames Lied l\u00e4sst jeden wieder in seine Richtung zieh\u0092n.<\/p>\n<p>Um 11.50 Uhr, treffen wir zu Mittag in die Zehntscheune ein. Die Zehntscheune ist eine Mischung aus b\u00e4uerlichem und b\u00fcrgerlichem Gasthaus, was es so besonders macht. Die Jubilare: Wolfgang, Martina, Heinz \u0096 J\u00fcrgen, Annette, Petra S., Petra V., Maria, Birgit und<\/p>\n<p>Hans Josef haben f\u00fcr die Pilger die Getr\u00e4nke bezahlt. <strong>\u0084Danke\u0093<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber die Nepomukbr\u00fccke, vorbei am Wasserschloss Eicks. Das Geb\u00e4ude ist Zeitzeuge von einem einst hochherrschaftlichen Besitz.<\/p>\n<p>Mit ungeahnter Leichtigkeit geht\u0092s hoch zur Marienkapelle. Hoch \u00fcber uns der klare Himmel, unter uns matschiger Waldboden. Jetzt stehen wir wieder hier. Ein Gebet, ein Lied. So ist es immer freitags auf dem Wege nach Trier. In Hostel am Friedhof, kornblumenblau strahlt der Himmel, rings um uns nur strahlende Gesichter. So unterschiedlich wie die Pilger ist auch die Farbe der Bekleidung. Hornveilchen, Vergissmeinnicht, Lavendel und Gertis Hut, alles Nivea \u0096 blau. Singend geht\u0092s in Richtung Sch\u00fctzendorf. \u0084In jedem Wind, den Tag besteh\u0092n und weiter, weiter, weiter gehen\u0093. Lasst uns miteinander pilgern Schritt f\u00fcr Schritt. Diese Botschaft kehrt in dem Lied bei unserer Wallfahrt immer wieder. Einige merken beim Pilgern, das sie ihre Lebenserfahrung in dem Rhythmus wieder finden. Dass sie den Weg beibehalten und ans Ziel kommen. Um lange unterwegs zu sein, muss man sich auf den Weg machen. \u00dcber die Wallenthaler H\u00f6he ist Durchhalteverm\u00f6gen gefragt. Freitags ist der Tag, der einem am weitesten und am l\u00e4ngsten vorkommt. Aber Bangemachen gilt nicht. 16.05 Uhr, Ankunft Jugendheim in Kall.16.30 Uhr, Abmarsch zum heutigen Ziel Urft \/ Jugendherberge. Jetzt noch das Abendgebet, und dann sind wir auch schon angekommen. M\u00fcde, verschwitzt und mit einem tollen Gef\u00fchl es geschafft zu haben. Im Schneckenhaus, hier ruhen sich Jutta, Colette, Birgit und Martina aus. Hund, Kaninchen, Hermelin sind nicht nur kuschelige Couchgenossen, sondern Zimmernamen der Jugendherberge. Wichtig ist nur, dass man eine Nacht im Vierbettzimmer \u00fcberleben kann. Allein ein gutes Bett reicht f\u00fcr einen erholsamen Schlaf nicht aus. Die Matratze sollte den ruhenden K\u00f6rper tragen, damit die Muskeln entspannen k\u00f6nnen. M\u00e4nner schlafen besser als Frauen. Dazu geh\u00f6ren in erster Linie ein geregelter Tages-rhythmus und regelm\u00e4\u00dfige Aufwachzeiten. Ein aktiv gestalteter Pilger-tag tr\u00e4gt zu einem erholsamen Schlaf bei. Aber vorher steht an oberster Stelle das Duschen. Vom hohen Nutzungskomfort der begehbaren Dusche profitieren alle, ob alt oder sportlich. Besonders ansprechend ist der architektonische, schwellenlose Zugang. Der gro\u00dfe Platz macht nicht nur das Duschen angenehm, sondern ist bei der Reinigung ein Vorteil. Im Hermelinbau, ganz leise und bedacht, es wird Jungesel-linnenabschied gemacht. Auch Sekt gab\u0092s, das macht uns nicht nieder, morgen fr\u00fch laufen wir wieder. Abendessen im \u0084Urfter Hof\u0093. Ich danke f\u00fcr diesen sch\u00f6nen Tag, Tausend Dank f\u00fcr diesen Tag.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Samstag, 19. Mai 2012<\/h3>\n<p>Wirkliche Pilgerschaft ist keinesfalls eine Sache der F\u00fc\u00dfe. Es ist zuallererst eine Sache des Herzens. (W. Schneller)<\/p>\n<p>4.00 Uhr, man wird aus dem Tiefschlaf gerissen. Denkt man an die Zimmernamen, kann man es f\u00fcr Tierqu\u00e4lerei halten, um so unvermittelt den Schlaf zu beenden. Ausgeschlafen, gesund, fit und leistungsf\u00e4hig treffen alle zum Fr\u00fchst\u00fcck ab 4.30 Uhr bei Maria ein.<\/p>\n<p>6.00 Uhr, der Wortgottesdienst mit Monika, Birgit, Franz Josef und Hubertus war wundersch\u00f6n. Auch die Kollekte f\u00fcr den Arbeitskollegen von Sabine war f\u00fcr alle eine Herzensangelegenheit. <strong>\u0084Danke\u0093<\/strong><\/p>\n<p>6.50 Uhr, wir sind wieder unterwegs. Leo tr\u00e4gt das Kreuz. Am ersten Tag l\u00e4uft man mit, am zweiten Tag findet man den Rhythmus am dritten Tag l\u00e4uft es wie von selbst und man ist dankbar, das der K\u00f6rper einen tr\u00e4gt. Man genie\u00dft das fr\u00fche Aufstehen und das Aufgehen der Sonne.<\/p>\n<p>Pilgern, das Reisen mit Herz und Seele. Man l\u00e4uft und es tut der Seele gut. Schritt f\u00fcr Schritt entwickele ich den Glauben an meine eigene Kraft und man denkt, dass man das Ziel erreichen kann. Wir sind eine Gruppe von Pilgern mit den unterschiedlichsten Menschen. Beim Pilgern gilt, alle Menschen sind gleich.<\/p>\n<p>Mit dem Rosenkranzgebet geht es am Gillesbach vorbei zum Weiher.<\/p>\n<p><strong>Zur Losung (Petra Sp.): Der Geist Gottes ist es, der wie im Sturm die Trennung \u00fcberwindet und alle zusammen f\u00fchrt, die sich auf ihn einlassen.<\/strong><\/p>\n<p>Pause an der B 258<\/p>\n<p>8.15 Uhr, wir sind gut gelaunt angekommen. Noch keinem macht das Wetter zu schaffen. Wenn die Temperatur steigt, weiten sich die Blutgef\u00e4\u00dfe und der Blutdruck sinkt. Die Folge sind M\u00fcdigkeit und Schw\u00e4che. Damit das nicht geschieht, hat Hansi einen Korb mit Vitaminen gef\u00fcllt. \u00c4pfel, M\u00f6hren und Bananen. Franzi erh\u00e4lt Schnellkurs im Bananen \u00f6ffnen. Die Stimmung ist gut, die Sonne scheint, warm ist es und kein L\u00fcftchen weht. Die Seele hat bei manchen das Gl\u00fcckshormon ganz sch\u00f6n ins Wirbeln gebracht.<\/p>\n<p>8.25 Uhr, es geht weiter, Hildegard tr\u00e4gt das Kreuz. Ein St\u00fcck Wald noch und wir sind schon am Silberberg. Wir sind zu fr\u00fch, nun m\u00fcssen wir hier tatenlos herum stehen. Die gelben Westen sind verteilt. Zwei und zwei geht\u0092s singend \u00fcber die Stra\u00dfe in Richtung Schmidtheim. Nicht nur geistliche, auch Wanderlieder werden gesungen. Die Musik ist glaubensunabh\u00e4ngig. Sie kann nicht nur das Herz \u00f6ffnen, sondern auch den Schritt schneller werden lassen. Und die k\u00f6rperlichen Schmerzen sind weniger massiv. Tiefe Freude, Geborgenheit, Tr\u00e4nen k\u00f6nnen bei geistlichen Liedern rauskommen, dann wird die Musik zum Gebet.<\/p>\n<p>10.10 Uhr, wir sind gut in der Zeit, das zweite Fr\u00fchst\u00fcck steht bereit. Die Neupilger: Franzi, Karl, Martin, Regina, Gisela, Johanna und Gernot, so wie die Jubilare, bekommen hier vom Brudermeister Pilgerwasser gereicht.<\/p>\n<p>10.30 Uhr, Heinz \u0096 J\u00fcrgen mit Kreuz voran, zwei und zwei geht\u0092s hoch bis zur B 51. Um die zu \u00fcberqueren haben unsere Begleiter die Stra\u00dfe gesichert, und wir gelangen ohne Vorkommnisse sicher \u00fcber die Stra\u00dfe. An Orten wallen, an denen man Gott n\u00e4her ist. Wallfahrten sind keine Alleing\u00e4nge. Es sind Gemeinschaftserfahrungen, dass wir auf einer Wallfahrt durch, mit und f\u00fcr Gott immer in Bewegung bleiben. Dann am 2. oder 3. Tag kommt meistens der schwerste Moment (Der Mann mit dem Hammer). Dann kommt der Punkt, an dem man mit sich hadert. War man am Abend vorher noch hoch motiviert, dass am n\u00e4chsten Tag alles glatt l\u00e4uft, hat man am Morgen das Gef\u00fchl keinen Schritt weiter gehen zu k\u00f6nnen. Jetzt auch noch die Strecke mit dem Schweigen. Aber \u0085 man horcht in sich, geht Schritt f\u00fcr Schritt, dann kommt noch das gleich-m\u00e4\u00dfige Atmen dazu, und wie von selbst kommt man vorw\u00e4rts. Den Fu\u00df vor den anderen setzen. Auch soll man nicht an das Ziel des Tages denken, sondern immer nur so weit wie man sehen kann. Auf einer Wallfahrt geht\u0092s immer vorw\u00e4rts, wir machen Fortschritte. Es gibt kein r\u00fcckw\u00e4rts (R\u00fcckschritte). Betend erreichen wir die Trinkpause am Pilgerkreuz von D\u00fclken \/ Boisheim. Ein kurzer Stopp und schon geht\u0092s singend und betend weiter. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und hohe Temperaturen 27\u00b0. Eigentlich Traumwetter, aber die Hitze kann auch auf einer Pilgertour zur Tortur werden.<\/p>\n<p>12.25 Uhr. Wir erreichen den B\u00fcrgersaal von Feusdorf. An Essen und Trinken darf es nicht fehlen, das brauchen unsere Pilgerseelen. Dazu hat sich wieder Willi Kohlen mit Marlene und Peter H\u00fclser ganz fr\u00fch auf den Weg gemacht, und uns das Essen gebracht. Daf\u00fcr wir alle <strong>\u0084Danke\u0093<\/strong> sagen. Das Essen war gut, das gibt uns f\u00fcr den langen Nachmittag neuen Schwung und Mut. Mit vielen Gr\u00fc\u00dfen an die Zuhausgebliebenen machen wir uns um<\/p>\n<p>13.30 Uhr wieder auf den Weg. Die n\u00e4chste Herausforderung wartet schon. Bevor es los geht, haben alle ihre Blicke himmelw\u00e4rts zu Gott gerichtet, dass er das Wetter mildert oder auf Sonne verzichtet. Martina tr\u00e4gt das Kreuz. Es ist hei\u00df. Aber im Schatten der B\u00e4ume l\u00e4uft es sich wunderbar, wenn man nach einer Pause wieder in seinen Schritt gefunden hat. Marlene nannte es fr\u00fcher \u0084ich muss wieder eindackeln\u0093. Nichtsahnend werden wir von unseren Radpilgern eingeholt. Kein W\u00f6lkchen am Himmel. Ab und zu st\u00f6hnt jemand. Beim Ankommen am Waldrand stehen Christiane, Anette und Johannes mit Getr\u00e4nken bereit, was alle richtig freut.<\/p>\n<p>15.55 Uhr. In Auel werden wir schon von Fam Bartels, den Begleitern und einem Kuchenbuffet erwartet. Weiter geht\u0092s bis zur Marienkapelle.<\/p>\n<p><strong>Zur Losung (Regina): Nach der Flut setzt Gott einen neuen Anfang und er schlie\u00dft einen Bund mit Noah und der ganzen Sch\u00f6pfung.<\/strong><\/p>\n<p>Singend geht\u0092s weiter bis zur Matthiaskapelle.<\/p>\n<p>17.00 Uhr. Hier beten die Neupilger mit uns die \u0084F\u00fcnf Wunden\u0093. Nach dem Abendgebet kommen wir um 18.25 Uhr in B\u00fcdesheim an. Trotz Sonnenschein streicht eine angenehme K\u00fchle um die verschwitzten K\u00f6rper. Ein Vorgeschmack auf die Entspannung, die unserem heutigen Ziel entspricht.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Sonntag, 20. Mai 2012<\/h3>\n<p>Wer ein Ziel hat, nimmt auch einen schlechten Weg in Kauf.<\/p>\n<p>5.45 Uhr. Fr\u00fchst\u00fcck im Gasthof \u0084Zur Post\u0093. Es geht steil die Pilgerstr. hinauf bis zur Matthiaskapelle. Die ist nicht neu. Wegen der vielen B\u00e4ume hat man sie nie so richtig gesehen. Herrlich am Sonntagmorgen hier oben zu stehen. Rund herum nur gr\u00fcne Felder und saftige Wiesen sind zu sehn. In Gottes sch\u00f6ner Welt in himmlischer Ruh, sogar die K\u00fche h\u00f6ren uns beim Beten zu. Maria tr\u00e4gt das Kreuz.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchtau zu Berge, wir zieh\u0092n fallera \u0085. Eines der sch\u00f6nsten Wanderlieder. Wir wandern ohne Sorgen und singen in den Morgen \u0085. Wir sind hinaus gegangen den Sonnenschein zu fangen \u0085. Die Stille f\u00fchlen und den Moment genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Betend geht es weiter durch den Wald. Der Duft hier hat nachweislich einen beruhigenden und nervenst\u00e4rkenden Effekt auf unseren Geist. Hinsehen, hinh\u00f6ren, schnuppern das Sch\u00f6ne um uns herum erkennen. Die Sinne in Urlaub schicken, versetzt auch die Seele in Pilgerstimmung. Durch das Wohlgef\u00fchl heute Morgen entsteht ein prickelndes Gef\u00fchl im Bauch und Zufriedenheit. Die Sonne wirft ihre Strahlen wie ein Teppich aus funkelnden Diamanten \u00fcber die Wiesen und Felder. Der Raps prahlt mit seinem Gelb. Der Blick ist unbeschreiblich. Man ist verzaubert, als h\u00e4tte der liebe Gott gerade den Farbfernseher erfunden. Die zarten Bl\u00fctenteller der weit ge\u00f6ffneten Mohnbl\u00fcte am Wegesrand gleichen einem verknitterten Seidenpapier. Die Pracht ist schnell vorbei. Der Mohn ist ein Lehrst\u00fcck \u00fcber Verg\u00e4nglichkeit und Sch\u00f6nheit. In der Fr\u00fche sieht der Mohn am besten aus. Anmutig und zart. Aber gegen Abend schlie\u00dft er seine Bl\u00e4tter und am n\u00e4chsten Tag f\u00e4llt die Bl\u00fcte wieder ab.<\/p>\n<p>7.25 Uhr. Nach einem Psalm von Bernd, am Matthiaskreuz von Korschenbroich, geht\u0092s in Stille weiter. Meditieren ist verweilen, zur Ruhe kommen,\u00a0 auf die Stimme Gottes h\u00f6ren, das Schweigen des Herzens erkunden, begreifen, dass ohne Stille keine neuen Kr\u00e4fte wachsen. Ein gl\u00fcck-liches, zufriedenes Leben, l\u00e4sst den Alltag bewusster wahrnehmen. Zeit f\u00fcr das Wesentliche gibt innere Ruhe und Friede. 8.30 Uhr. Wei\u00dfenseifen, wir kommen p\u00fcnktlich an. Leckere Sachen gibt\u0092s zum 2. Fr\u00fchst\u00fcck dann. Der frische Pfefferminztee von Fam. Becker ist wie immer gefragt.<\/p>\n<p>9.00 Uhr. Mit dem Rosenkranz setzen wir unseren Weg zum P\u00f6llke fort. Hubertus ergreift das Wort. Ein Gebet wird gesprochen und den Bruder-meistersegen gibt\u0092s hier, das ist Tradition auf dem Weg nach Trier. Neuheilenbach. Um 10.15 Uhr treffen wir unter Glockengel\u00e4ut hier ein. 10.30 Uhr soll Wortgottesdienst mit Friedhelm und den Buspilgern sein. Die sind schon da. Die Gottesdienste, Messen, haben ein Angebotscharakter<\/p>\n<p>\u00a0<strong>\u0084Gott l\u00e4dt ein \u0096 er zwingt keinen, er verpflichtet nicht\u0093<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0Nach dem Gottesdienst gab\u0092s f\u00fcr die Buspilger zur 60. Buswallfahrt ein Button als \u00dcberraschung.<\/p>\n<p>12.00 Uhr, wir machen uns auf zum Eisenm\u00e4nnchen, wo wir um 12.35 Uhr ankommen. Nach dem \u0084Engel des Herrn\u0093, ein kurzes St\u00fcck noch, und mit jedem Schritt kommen wir unserem Ziel um 13.00 Uhr in Mohrweiler zum Mittagessen n\u00e4her.<\/p>\n<p>14.30 Uhr. Der Bus wartet schon. In all den Jahren kehrte nach etwa 5 Min. Ruhe ein. Man k\u00f6nnte meinen es herrschte Redeverbot. Aber heute, nach etwa 20 Min. wurde es leiser und leiser. F\u00fcr Einige brachte ein Schl\u00e4fchen im gek\u00fchlten Bus neue Energie.Dann der Halt in Daufenbach.<\/p>\n<p>16.05 Uhr, wir treffen am Sportplatz ein, wo wir schon von unseren Radpilgern begr\u00fc\u00dft werden.<\/p>\n<p>16.45 Uhr, wir ziehen mit den Radpilgern in die Kirche von Kordel ein. Hier werden die Neupilger, wenn sie wollen, in die Bruderschaft aufgenommen und die Jubilare geehrt.<\/p>\n<p>Wolfgang \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10 Jahre\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petra V.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10 Jahre<\/p>\n<p>Martina\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10 Jahre\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10 Jahre<\/p>\n<p>Heinz \u0096 J\u00fcrgen\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10 Jahre \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Jakob\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10 Jahre<\/p>\n<p>Annette Sch.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10 Jahre\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petra Sp.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10 Jahre<\/p>\n<p>Birgit\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 15 Jahre\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hans Josef\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0 25 Jahre<\/p>\n<p>Zimmerverteilung: 27 P. im Waldhotel Weis und 16 P. auf der Burg. Unten im Ort werden 22 P. untergebracht, so hat jeder ein Bett f\u00fcr die Nacht. Burg Ramstein, umzingelt von B\u00e4umen, erhebt sich der Rest der Burg. Ein wenig ramponiert, hier und da br\u00f6ckelt der Putz. Nach dem Abendessen bei Weis, endet der Tag bei Musik und Tanz. Mit guten Gedanken einschlafen, mit guten Gedanken aufwachen, gibt Kraft f\u00fcr den neuen Tag.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Montag, 21.Mai 2012<\/h3>\n<p>Jeder Weg trifft irgendwo auf einen anderen.\u00a0 (Weisheit Afrika)<\/p>\n<p>Zu dieser fr\u00fchen Stunde begegnet sich das Helle des Morgens und das Dunkel der Nacht. 5.45 Uhr, es nieselt leicht. Mit Schirmen bewaffnet geht es nach dem Morgengebet an der Kyll entlang weiter, bis hoch zum Eifelkreuz. Hier machen wir eine Kreuzmeditation mit Peter.<\/p>\n<p>Kreuzmeditation<\/p>\n<p><em>Setz dich ganz entspannt hin, und stell dir vor, du w\u00fcrdest jetzt deine Arme ausbreiten. Wenn du die Arme ausbreitest, bilden sie eine hori-zontale Linie, du kannst mit deinen Armen um dich herum ber\u00fchren. Von deinen Fingern aus kannst du feine Linien zu den Menschen in deiner Umgebung ziehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie sieht diese horizontale Ebene bei dir aus? Wer befindet sich mit dir auf \u0084einer Linie\u0093? Gib es jemandem, der dir ganz nahe ist, mit dem du auch \u00fcber Probleme reden kannst? Oder willst du mit niemandem zu eng in Ber\u00fchrung kommen? Hast du Freunde, die zu dir stehen? Kannst du mit deiner Familie auf einer Ebene reden?<\/em><\/p>\n<p><em>Auch dein K\u00f6rper bildet eine Linie. Stell dir vor, durch deinen K\u00f6rper w\u00fcrde eine gerade Linie verlaufen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Teil geht weiter nach unten, in die Tiefe, ins Dunkle, vielleicht ins Bedrohliche. Wo sind in deinem Leben solche Tiefen? Gibt es etwas, was du lieber nicht sehen, und wor\u00fcber du lieber nicht nachdenken willst? In welchem Bereich machst du immer wieder Fehler? Wodurch verletzt du andere \u0096 und dich? Was w\u00fcrdest du an dir liebend gern \u00e4ndern, wenn du k\u00f6nntest? <\/em><\/p>\n<p><em>Der andere Teil einer solchen Linie durch deinen K\u00f6rper, geht weiter nach oben, sie k\u00f6nnte bis zum Himmel reichen. Bis zu Gott. Hast du so eine Linie zu Gott? Welche Vorstellung hast du, wenn du an Gott denkst? Spielt die Beziehung zu Gott in deinem Leben eine Rolle? Hast du einen Draht zu Gott?<\/em><\/p>\n<p><em>Kannst du mit ihm sprechen?<\/em><\/p>\n<p>Weil f\u00fcr Franzi der Weg hinunter zu schmerzhaft war, blieb ich mit ihr oben am Eifelkreuz, bis uns der Bus holen kam.<\/p>\n<p>F\u00fcr die anderen ging\u0092s bergab ins Biewertal. Bevor es hoch geht bis zur Autobahn, wird noch eine Trinkpause gemacht. Ganz steil geht\u0092s hoch, Schritt f\u00fcr Schritt, dass jeder Pilger kommt mit. Doch nach wenigen Schritten kehrt Ruhe in der Pilgergruppe ein. Jeder besinnt sich auf den Weg, setzt Fu\u00df f\u00fcr Fu\u00df vor den anderen. Der Anstieg ist anstrengend, Gespr\u00e4che kosten Kraft, und so kehrt nicht nur \u00e4u\u00dferlich Ruhe ein. Es gibt nur den Pilger und den Weg. Jetzt noch zum Schusterkreuz durchs Tiergehege, bis zur letzten Trinkpause nahe der Hochschule. Das \u0084Vater unser\u0093 gesungen und Rosenkranz betend geht es weiter. Mit den Neu-pilgern betend voran, treffen wir um 9.05 Uhr an der Mariens\u00e4ule ein. Erwartet werden wir schon von den Buspilgern und einigen Verwandten und Bekannten. Nach einem gemeinsamen Lied, es f\u00fcr alle mit den zur Verf\u00fcgung stehenden Fahrzeugen nach unten bis zur Mosel geht. Etwa 50 Min. sind es noch bis nach St. Matthias. In der Ferne sieht man die Basilika, das Ziel vor Augen. Das Ziel unserer Pilgerreise.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u0084Heiliger Matthias zu dir kommen wir, deine F\u00fcrbitte begehren wir\u0093.<\/strong><\/p>\n<p>10.10 Uhr. Ankunft auf dem Abteihof. Mit Beifall werden wir von den Rad \u0096 und Buspilgern empfangen. Angekommen, dank unserer Beglei-tung, dank unserer eigenen Kraft und Gottes Hilfe. Trotz aller Anstrengung und momentaner M\u00fcdigkeit \u00fcberwiegt die Freude angekommen zu sein. Wir sind dankbar f\u00fcr jedes nette Wort, f\u00fcr eine Umarmung oder ein Lob.<\/p>\n<p>Ich glaube, dass alle Pilger aus jeder Bruderschaft bewundert werden, f\u00fcr die Kraft die sie aufbringen, um jeden Pilgertag zu bew\u00e4ltigen. Wir warten noch auf die Pilger von Gladbach \u0096 Stadt.<\/p>\n<p>Begr\u00fc\u00dfung von Pater Hubert. Dann gemeinsamer Einzug. Franzi tr\u00e4gt das Kreuz. Das Finale unserer Wallfahrt, wenn die Orgel erklingt, Gro\u00dfer Gott man singt, ist es mit dem Starksein vorbei. Die Stimme versagt, das Herz schl\u00e4gt bis zum Hals. Es ist erhebend, man glaubt es nicht, da rinnt auch so manche Tr\u00e4ne \u00fcbers Gesicht.<\/p>\n<p>Das muss es sein, das vielbeschworene Pilgergef\u00fchl: <strong>\u0084Pilgern ist das Wandern zu sich selbst\u0093<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0Die Melodie verbindet Emotionen und erfreut den Verstand. Sie l\u00e4sst die Haut schaudern und erf\u00fcllt sie mit Wohlbehagen. Freude, Stolz, Befriedigung f\u00fchren zur Entspannung.<\/p>\n<p>Wir ziehen rechts und links am Matthiasschrein vorbei, und ber\u00fchren seinen Fu\u00df. Das ist ein Muss, um vorzutragen unser Bitten, Danken und unseren Gru\u00df. Vor der Messe werden noch die Erstpilger und Jubilare geehrt.<\/p>\n<p>Etwas sp\u00e4ter Hektik, Freudengesichter sieht man \u00fcberall auf dem Abteihof.<\/p>\n<p>Hier stehen wir nun Hand in Hand im Kreise, f\u00fcr einige endet hier die Pilgerreise.<\/p>\n<p>Ein Lied man singt, es laut erklingt, belebt unsere Seele und verk\u00fcndet leis, dass unsere Gemeinschaft etwas Gro\u00dfes sei.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Dienstag, 22. Mai 2012<\/h3>\n<p>Der Herr ist dein Schatten \u00fcber der rechten Hand, das dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond in der Nacht. (Psalm 121, 3-6)<\/p>\n<p>9.00 Uhr, hl. Messe mit der Verabschiedung von Bus \u0096 und Radpilgern. Johanna tr\u00e4gt das Kreuz, es geht zum Marktplatz mitten in Trier.<\/p>\n<p><strong>\u0084Heiliger Matthias von dir scheiden wir, f\u00fcr deine F\u00fcrbitte danken wir\u0093.<\/strong><\/p>\n<p>11.30 Uhr. Angekommen bei Paulin. Wir gehen \u00fcber den Friedhof zur Kapelle, wo Hemma uns etwas von der seligen Schwester Blandine erz\u00e4hlt. Mit 25 Jahren, am 4.11.1913 legte sie das ewige Gel\u00fcbde ab. Am 18.5.1918 starb sie. Die Seligsprechung erfolgte am 1.11.1987 in Rom.<\/p>\n<p>12.05 Uhr. Unser Ziel ist Ruwer. Marianne tr\u00e4gt das Kreuz und sie ist nicht zu halten. 36 Pilger haben M\u00fche ihr zu folgen. Nach der anstrengenden Wallfahrt ist der R\u00fcckweg wie ein Geschenk an sich selbst. Der Kopf ist frei, die Gedanken flie\u00dfen, die Seele jauchzt vor Freude. Schuld sind wieder die Hormone (Gl\u00fcckshormone) die durch die Adern flie\u00dfen.<\/p>\n<p>13.00 Uhr, Mittagessen bei Fam. Thiel.<\/p>\n<p>14.50 Uhr, der Bus bringt uns bis Piesport dann. Der Pfarrer von St. Michael l\u00e4dt uns in die Kirche ein, und erz\u00e4hlt uns von fr\u00fcher und von der Deckenmalerei.<\/p>\n<p><em>Der Kirchenmaler Johann Peter Weber bekam aufgrund der schlechten Bezahlung Streit mit dem damaligen Pfarrer Johannes Hau. Nicht nur, dass der K\u00fcnstler zusammen mit seiner Frau die kritische Distanz zum geistlichen Herrn in einem Selbstportr\u00e4t inmitten der heidnischen Zuh\u00f6rer des Jesuitenmissionars Franz Xaver zum Ausdruck brachte (\u00fcbrigens als einzige Person fast nackt), sondern er ging sogar noch weiter, indem er dem Teufel, der vom Eingang her betrachtet scheinbar auf dem R\u00fccken liegt, sogar die Gesichtsz\u00fcge von Johannes Hau gegeben hat. Allerdings \u0096 vom Altarraum aus gesehen \u0096 ist Luzifer die einzige Person aus dem H\u00f6llensturzensemble, die eindeutig auf den am Hochaltar zelebrierenden Pfarrer schaut \u0096 mit rausgestreckter pfeilspitzer, doppelter Zunge! Aber dem nicht genug: sogar die Anfangsbuchstaben (HJ) des Konfliktgegners sind in den Kl\u00fcften und Rissen des zerberstenden Gesteins der H\u00f6lle zu entdecken\u0085<\/em><\/p>\n<p>Die Geschichte von St. Wolfgang ist genau so humorvoll wie die von Piesport.<\/p>\n<p><em>Der Historiker und Buchautor Peter Pfarl (71) hat sich eingehend mit dem Leben und Wirken des hl. Wolfgang besch\u00e4ftigt, auf dessen Wegen die Wallfahrer wandeln. Wolfgang, einst Bischof von Regensburg, war um 976 vor einem drohenden B\u00fcrgerkrieg auf den Falkenstein geflohen, einen am Wolfgangsee gelegenen Berg.<\/em><\/p>\n<p><em>Dort wandelte der Missionar nicht nur heidnische Kultst\u00e4tten in christ-liche um und errichtete eine Kirche \u0096 er triumphierte der \u00dcberlieferung zufolge auch durch eine kluge List \u00fcber den Teufel: Der soll Wolfgang beim Bau der Kirche geholfen haben und als Preis die Seele des ersten Pilgers, der durch das Kirchenportal tritt, verlangt haben. Wolfgang willigte ein, doch als es ans Begleichen der Rechnung ging, verkleidete er einen Wolf als Pilger und f\u00fchrte ihn in die Kirche. Der Teufel soll vor Wut sprichw\u00f6rtlich durchs Dach gegangen sein. Das entsprechende Loch ist in der Wolfgangskirche, die das Ziel der Wallfahrer ist, auch heute noch angedeutet.<\/em><\/p>\n<p>16.05 Uhr. Wir haben keine Zeit. Die Warnwesten sind verteilt. Karl tr\u00e4gt das Kreuz. Die Stra\u00dfe schmiegt sich in Serpentinen durch die Weinberge. Der Puls wird schneller, die Schritte langsamer und gleichm\u00e4\u00dfiger.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Von wegen pilgern ist nicht anstrengend!!<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0Schnaufend kommen wir oben an, zu trinken gibt es dann. Wahnsinnig, wie lecker Wasser sein kann. Jeder hat sein Kreuz gebastelt, und oben in der Wand an der Spoarkapelle aufgestellt. Die Luft ist kristallklar, der Himmel von strahlendem Blau. Unten die Kirche von St. Michael liegt im strahlenden Sonnenschein. Den Ausblick \u00fcber die Mosel genie\u00dfen. Wir tanken etwas Kraft im wahrsten Sinne des Wortes. Hier oben herrscht Ruhe.<\/p>\n<p>17.20 Uhr. Kaffeepause an der Schutzh\u00fctte vor Klausen.<\/p>\n<p>18.00 Uhr, hl. Messe in Klausen. Zimmerverteilung \u0084Maria Rast, Klausenhof und neue Pilgerherberge\u0093. Nach einem \u0084Open \u0096 Air \u0096 Snack\u0093 unter freiem Himmel endet der Abend fr\u00fchzeitig<strong>. <br \/><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Mittwoch, 23. Mai 201<\/h3>\n<p>Gott, dein Wort ist meines Fu\u00dfes Leuchte und ein Wort auf meinen Wegen. (Psalm 119,\u00a0\u00a0 105)<\/p>\n<p>\u00a06.45 Uhr. Alle Pilger haben sich eingefunden. Ein Foto, Morgengebet am Brunnen und betend geht\u0092s weiter.<\/p>\n<p>\u00a07.45 Uhr unser erster Halt,<\/p>\n<p><strong>\u00a0Zur Losung (Marga): Stellt euch Christus wie ein Leib vor, sagt Paulus, in dem ihr eingef\u00fcgt seid wie die Organe, die Muskeln oder das Gewebe. Der hl. Geist f\u00fchrt alles zusammen und erf\u00fcllt die Gemeinde mit Leben.<\/strong><\/p>\n<p>8.35 Uhr, treffen wir auf dem Hof der Fam. Drautzburg ein. Der Tisch ist wieder reichlich gedeckt mit leckeren Broten und Vitaminen fein.<\/p>\n<p>9.10 Uhr. Birgit tr\u00e4gt das Kreuz. Mit dem Rosenkranzgebet ziehen wir durch Wittlich. Durch den Wald bis zum Bu\u00dfberg, wo es im Schatten der B\u00e4ume etwas k\u00fchler wird. Alle, die zum ersten Mal auf dem R\u00fcck-weg sind, suchen sich einen Stein. \u0084Der f\u00fcr uns Blut geschwitzt hat\u0093. So geht\u0092s betend den Berg hinauf. Mit dem Wegwerfen der Steine wird symbolisch die Last von einem genommen.<\/p>\n<p>Ein Bild des Sports aus der Bibel: Pilger <span style=\"text-decoration: line-through;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span>\u00a0Sportler<\/p>\n<p>Ein Sportler das ist so, heute wie fr\u00fcher, man k\u00e4mpft um zu siegen.<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <strong>Lauft das ihr gewinnt. (Kor. 9, 24)<\/strong><\/p>\n<p>Ein Pilger pilgert nicht um Erster zu werden, sondern um anzukommen. Beim Sport, nach hauchd\u00fcnner Entscheidung, steht man als strahlender Sieger auf dem Siegertreppchen. Dem Pilger ist die Reihenfolge egal. Es gibt m\u00fcde und abgespannte Gesichter, Tr\u00e4nen der Freude, die nach der Anstrengung \u00a0\u00fcber einen hereinbrechen. Der errungene Titel, das Erreichen des Pilgerziels, die Freude \u00fcberwiegt trotz aller Anstrengungen und Schmerzen, und l\u00e4sst den stressigen Alltag aufhellen. Es ist aber nicht selbstverst\u00e4ndlich am Ziel anzukommen. Man muss etwas daf\u00fcr tun. In beiden F\u00e4llen, Training, Einsatz, Organisation, viele Helfer im Vorfeld. <strong>\u0084Danke\u0093<\/strong> sage ich f\u00fcr alle Pilger an unser Organisationshelfer-team der Wallfahrt. Pilgern ist nicht wandern, wandern bedeutet ankom-men. Pilgern ist ein bewegtes Innehalten. Man wandert mit den F\u00fc\u00dfen, pilgert mit dem Herzen.<\/p>\n<p>12.30 Uhr\u00a0 Hasborn Das wir zu Mittag bei der Metzgerei Schmitz sind, ist neu. Das Essen war gut. Danach man sich ein stilles, k\u00fchles Pl\u00e4tzchen sucht.13.50 Uhr. Der Bus ist schon da, er bringt uns jetzt bis Mehren, wo wir wie immer in die Kirche einkehren. Gegen die Anstrengungen der letzten Tage, gleicht die heutige Strecke einem Spaziergang. Die Sonne hat sich versteckt, Nieselregen. Der sorgenvolle Blick zum Himmel wirkt Wunder.<\/p>\n<p>14.50\u00a0 &#8211; 16.00 Uhr. Pause im Darscheider Wald. Mit Freude ausgef\u00fcllt, man zu Ehren von Christian, Josef und Lorenz, deren Lieblingslieder man singt, da f\u00e4ngt der Abschied schon an. Auch was der Tag noch bringen mag, es bleibt die Erinnerung an diesen sch\u00f6nen Nachmittag.<\/p>\n<p>17.00 Uhr. Der Wortgottesdienst mit Monika und Hubertus am Keyboard, war wieder wundersch\u00f6n, wie f\u00fcr uns gemacht. Der letzte Abend wird zusammen in der Alfbach-Quelle verbracht.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Donnerstag, 24. Mai 201<\/h3>\n<p>Nicht m\u00fcde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten. (H. Demin)<\/p>\n<p>Zum letzten Mal wird das Gep\u00e4ck verladen. Zum letzten Mal die F\u00fc\u00dfe versorgt. Nun hei\u00dft es Abschied nehmen.<\/p>\n<p>7.50 Uhr. Morgengebet. Blauer Himmel die Sonne hat schon ein Hoch. Gisela tr\u00e4gt das Kreuz. Die Wegstrecke uns \u00fcber die Stra\u00dfe f\u00fchrt. Mit dem Rosenkranz geht\u0092s z\u00fcgig voran, betend kommen wir am Afelskreuz an. Ein letztes Gebet wird von Peter vorgetragen. Franz Josef hat sich wieder sch\u00f6ne Gedanken \u00fcber die Wallfahrtstage gemacht. Eine gro\u00dfe Gemeinschaft versp\u00fcren wir, am letzten Tag auf unserer Pilgerreise von Trier. Das zweite Fr\u00fchst\u00fcck in Kelberg drau\u00dfen vorm Pilz, steht f\u00fcr uns bereit. Drinnen bei loderndem Feuer wird dann Abschied genommen.<\/p>\n<p>10.30 Uhr. Es ist Zeit, die letzte Etappe beginnt.<\/p>\n<p>12.10 Uhr wir schon am N\u00fcrburgring sind. Ein St\u00fcck um den Ring, um 14.15 Uhr wir p\u00fcnktlich in Adenau sind.<\/p>\n<p>Der Bus steht schon bereit. F\u00fcr ein Gebet in der Matthiaskapelle ist noch Zeit.<\/p>\n<p>14.30 Uhr. Wir sind alle im Bus, der Fahrer uns nur nach Glehn bringen muss.<\/p>\n<p>17.00 Uhr. Fast alle Pilger sind eingetroffen, Fotos werden noch geschossen. Die Begleiter jetzt das Kreuz \u00fcbernehmen, und wir schlie\u00dfen uns betend an. Glehner Str. Friedhelm und die Messdiener Alessa und Jakob, die Radpilger sind zur Begr\u00fc\u00dfung da. Mit Gesang geht\u0092s zur Kirche dann. Und nun beginnt das Danke sagen. Drau\u00dfen im Abschiedskreis gesungen ein letztes Lied, dann jeder Pilger voneinander Abschied nimmt.\u00a0<\/p>\n<p>Auf einer Wallfahrt ist das Beten ganz unkompliziert. Auf einer Wallfahrt kann man sich langsam einf\u00e4deln, wenn es um das Beten geht. Das Beten als etwas Normales erfahren. Die Gemeinschaft hilft Scheu und Bedenken zu \u00fcberwinden. Es betet sich leicht. Als Gebetsform auf einer Wallfahrt ist der Rosenkranz sehr geeignet. Beim Rosenkranz schwinden die Kilometer nur so dahin.<\/p>\n<p>Der Rosenkranz &#8211; Wenn die Tage k\u00fcrzer werden, die Bl\u00e4tter fingen an sich zu f\u00e4rben, als Kinder wussten wir Bescheid, jeden Tag zur gleichen Zeit, gebetet wird der Rosenkranz. Opa kniete vor der Bank, wir Kinder wussten wohl, knieten brav vor unserem Stuhl. Wenn Mutter in die Stube kam, zur Kontrolle ob jeder an seinem Platz war, fing f\u00fcr uns die Marter an. Man wurde vom Beten zwar nicht krank, aber ein Rosenkranz ist lang. Ob schmerzhaft oder freudenreich, wenn danach dann auch noch glorreich, wir Kinder waren froh, wenn er endlich war vorbei, denn schmerzlich waren alle drei. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Aus einem Gedicht von A. M\u00fcller<\/p>\n<p><em>Gerade noch auf einer Wallfahrt unterwegs. Blasen an den F\u00fc\u00dfen, Sonnenbrand im Gesicht. Und dann ist alles vorbei. Der gesamte Weg, die gemeinsamen Schritte, alles hat Spuren hinterlassen. Eine unkomplizierte Gemein-schaft, geteilte M\u00fche und Freude unterwegs.<\/em><\/p>\n<p><em>Gemeinschaft im Gebet \u00fcber alle Unterschiede und Vorerfahrungen hinweg. Gespr\u00e4che, Gebete, Singen, Schweigen lie\u00dfen das Miteinander wachsen. Auch das wunderbare Wetter und die herrliche Landschaft ringsum taten ihr \u00fcbriges, das diese Wallfahrt zu einem Geschenk\u00a0 wurde. Den Kopf frei bekommen, nachdenken, bitten, einfach dankbar sein. Nicht nur den Neupilgern wird bewusst, wie eine Wallfahrt das Leben ver\u00e4ndern kann. Das sich die Anstrengung, die Schmerzen oder der wenige Schlaf in der Pilgerwoche gelohnt haben.<\/em><\/p>\n<p><em>So ist der Lauf der Welt, es gibt nichts was ewig h\u00e4lt. Die Wallfahrt ist zu Ende, wir reichen uns die H\u00e4nde. Die Lieder, die wir gesungen, sind lange noch nicht verklungen. Es war eine sch\u00f6ne Zeit, die kann uns keiner mehr nehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>Man zehrt noch lange davon vielleicht ein ganzes Leben<s><\/s><\/em><\/p>\n<p><em>Vor der Wallfahrt genossen wir die Vorfreude, danach die Erinnerung und zu gleich steigert es die Freude auf das, was vor uns liegt &#8212; die n\u00e4chste Wallfahrt beispielsweise.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"864\" height=\"648\" data-id=\"500\" src=\"https:\/\/wordpress.smb-kleinenbroich.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/fusswallfahrt-nach-trier-2012-03.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-500\" 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