{"id":234,"date":"2014-08-19T13:52:06","date_gmt":"2014-08-19T11:52:06","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.smb-kleinenbroich.de\/2014\/08\/19\/pilgerbericht-hannelore-normale-sieben-gang-schaltung-gegen-flotte-e-bikes-2\/"},"modified":"2014-08-19T13:52:06","modified_gmt":"2014-08-19T11:52:06","slug":"pilgerbericht-hannelore-normale-sieben-gang-schaltung-gegen-flotte-e-bikes-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smb-kleinenbroich.de\/home\/2014\/08\/19\/pilgerbericht-hannelore-normale-sieben-gang-schaltung-gegen-flotte-e-bikes-2\/","title":{"rendered":"Pilgerbericht Hannelore &#8211; Normale Sieben-Gang-Schaltung gegen flotte E-Bikes&#8230;."},"content":{"rendered":"<p>Vor gut einem Jahr erz\u00e4hlte Maria mir begeistert von ihren Erfahrungen bei der Fahrrad-Wallfahrt nach Trier. Eine Gruppe der St. Matthias-Bruderschaft Kleinenbroich, der Maria angeh\u00f6rt, organisiert seit einigen Jahren eine Fahrrad-Pilgerfahrt zum Grab des Hl. Apostel Matthias.<\/p>\n<p>Spontan habe ich dann gesagt, dass ich so etwas auch gerne einmal ausprobieren w\u00fcrde, da ich ei-nerseits auch schon zu Fu\u00df nach Trier gepilgert bin, andererseits aber auch gerne mit dem Rad fahre.<\/p>\n<p>Zum Schluss des Gespr\u00e4ches meinte Maria dann, dass sie zum Anmeldetermin f\u00fcr die Wallfahrt 2014 an mich denken w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ende 2013 erhielt ich von Ihr dann einen kleinen Zettel mit dem Datum \u201e30. Mai 2014 Wallfahrt\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nun war ich am Zuge. Da ich auch das Gef\u00fchl hatte, eine kleine Auszeit w\u00fcrde mir gut tun, habe ich, nachdem ich das mit dem Urlaub an meinem Arbeitsplatz gekl\u00e4rt hatte, zugesagt, mich der Gruppe der Fahrradpilger anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Es fanden nun mehrere Vortreffen statt, wobei ich dann die Gruppe kennen lernte und diese auch mich. Ich hatte von Anfang an ein gutes Gef\u00fchl, dass das klappen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nur ein Problem hatte ich. Im Verlauf der Treffen stelle sich heraus, dass alle Teilnehmer mit E-Bikes ausger\u00fcstet waren, nur ich nicht.<\/p>\n<p>Aus mehreren Gr\u00fcnden hatte ich aber auch nicht vor, mir ein E-Bike zuzulegen oder zu leihen. Was tun \u2013 doch noch absagen? Nach einigen schlaflosen Stunden habe ich dann entschieden, meinem Rad und mir zu vertrauen und sagte mir, das schaffst du schon, zumal mir meine Mitpilger best\u00e4tigten, dass sie die Tour auch schon mit normalen R\u00e4dern bew\u00e4ltigt h\u00e4tten. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrde selbstver-st\u00e4ndlich in der Gruppe aufeinander gewartet.<\/p>\n<p>Um noch mehr Sicherheit zu haben, habe ich dann meinen Fahrradfachh\u00e4ndler in Herrenshoff aufgesucht und ihn gebeten, mein Rad noch mal zu inspizieren und f\u00fcr diese Tour fit zu machen.<\/p>\n<p>Von der Organisatorin Resi wurde mir eine Liste mit den notwendigsten Dingen, die man als Rad-Pilger dabei haben sollte, mitgegeben. Hierzu geh\u00f6rten u.a. auch ein Fahrradhelm sowie die orange-farbene Sicherheitsweste, Regenkleidung f\u00fcr alle F\u00e4lle und auch Sonnencreme, falls der Regen sich netterweise woanders niederlassen sollte.<\/p>\n<p>Am Christi-Himmelfahrtstag, den 29.05.2014, begann mit einem Gottesdienst um 5 Uhr morgens in der Pfarrkirche St. Dionysius die Wallfahrt der St. Matthias-Bruderschaft Kleinenbroich.<\/p>\n<p>Pfarrer Marc Zimmermann und Pr\u00e4ses Diakon Friedhelm Messerschmidt erteilen allen Fu\u00df- und Radpilgern den Segen f\u00fcr eine gute Wallfahrt.<\/p>\n<p>Die Fu\u00dfpilger begaben sich danach schon auf ihren Weg zum Apostelgrab des hl. Matthias nach Trier. Wir Radpilger fuhren anschlie\u00dfend wieder nach Hause, da wir ja erst am n\u00e4chsten Tag starteten.<\/p>\n<p>Der Himmelfahrtstag war regnerisch, kalt und ungem\u00fctlich. Ich f\u00fchlte mich den ganzen Tag \u00fcber m\u00fcde und hatte keine Motivation, meinen Koffer zu packen.<\/p>\n<p>War es die kalte Witterung, war es eine innere Unruhe vor der Pilgertour, ich wu\u00dfte es mir nicht zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Im Verlaufe des Tages habe ich es dann aber doch geschafft, meine Sachen zu packen, die dann am Nachmittag zu Karin gebracht wurden. F\u00fcr die Tour wurde ein Kleintransporter gemietet, der von Karin gefahren, uns dann auch die n\u00e4chsten Tage begleitet hat und mit dem dann u.a. das Gep\u00e4ck zu den jew. Quartieren gebracht wurde.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Beginn der Wallfahrt vom 30.05.2014 bis zum 04.06.2014<\/p>\n<p>Nach einer mehr oder weniger unruhigen Nacht wurde ich dann morgens um 5 Uhr per Radiowecker geweckt \u2013 mit dem Song der Toten Hosen \u201eAn Tagen wie diesen\u201c. Na, wenn dass kein gutes Zeichen ist, dachte ich mir und stand auf. Es wurden noch die letzten Sachen in die Fahrradtaschen verstaut. Abschied von Mann und Haus genommen und um 6.30 Uhr mit Maria nach Kleinenbroich zum Treffpunkt an der Pfarrkirche geradelt.<\/p>\n<p>Dort trafen wir dann auf unsere Gruppe: Gertrud, Marlene, Resi und Peter aus Kleinenbroich, Maria und ich aus Pesch und unsere Begleiterinnen im Kleintransporter Karin und Maria, ebenso aus Kleinenbroich.\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p>Irgendwie waren alle etwas aufgeregt und es war jetzt gut, dass wir nach einem ersten Gebet in Richtung Glehn los radelten.<\/p>\n<p>Der Wetterbericht vom Vortag hatte Besserung versprochen und er sollte Recht behalten.<\/p>\n<p>Es war zwar etwas frisch, aber es regnete nicht und von Stunde zu Stunde und von Tag zu Tag wurde das Wetter besser.<\/p>\n<p>Am ersten Tag fuhren wir bis Kommern.<\/p>\n<p>Auf dem Weg dorthin haben wir immer wieder an Wegekreuzen gehalten, Gebete aus dem Pilgerbuch gesprochen, Marienlieder gesungen und innere Einkehr gehalten.<\/p>\n<p>In Paffendorf wurde wird von der Familie M\u00f6rs mit einem reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fcck auf das Herzlichste empfangen. Es ist ein sehr sch\u00f6nes Gef\u00fchl, wenn man von Menschen, die ich und die mich bis dahin nicht kannten, so herzlich und wie selbstverst\u00e4ndlich zum Fr\u00fchst\u00fcck eingeladen wird. Die Fam. M\u00f6rs pilgert selber, und deshalb war es f\u00fcr sie selbstverst\u00e4ndlich, uns zu bek\u00f6stigen.<br \/>\u00a0<br \/>Ein Mittagessen haben wir uns dann gespart, da das Fr\u00fchst\u00fcck sehr reichhaltig war und wir unterwegs immer wieder von unserem Begleiterteam Maria und Karin mit Kuchen, Getr\u00e4nken, Obst u.s.w. bestens versorgt wurden.<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 <br \/>Am fr\u00fchen Abend trafen wir in Kommern ein und haben dort zun\u00e4chst in einem G\u00e4stehaus die Zimmer bezogen.<\/p>\n<p>Nach einem gemeinsamen Abendessen in einem gem\u00fctlichen Gasthof haben wir uns dann zeitig zu Bett begeben, um neue Kr\u00e4fte f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag zu sammeln.<\/p>\n<p>Die Strecke bis Kommen, relativ eben, habe ich mit meiner 7-Gang-Schaltung neben meinen E-Bike-Freunden sehr gut bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Am zweiten Tag ging es, gest\u00e4rkt durch ein gutes Fr\u00fchst\u00fcck \u2013 weiter zum n\u00e4chsten Ziel nach Gerolstein.<\/p>\n<p>Da ich ja Erst-Fahrradpilgerin war, wu\u00dfte ich nicht, was die heutige Wegstrecke so an H\u00fcgeln und Steigungen mit sich brachte. Meine Mitpilger meinten dazu, dass das schon geht, und wenn es nicht mehr geht sollte ich halt absteigen.<\/p>\n<p>\u201eDas geht schon\u201c ging aber f\u00fcr mich nicht immer. Die Strecke nach Gerolstein war schon etwas anders, als die vom ersten Tag. So war z.B. die ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Wallenthaler H\u00f6he ein Abschnitt, bei dem ich schon das ein- oder andere Mal wieder zum Fu\u00dfpilger wurde.<\/p>\n<p>Hier waren die Elektror\u00e4der an den \u201enetten\u201c Steigungen nat\u00fcrlich im Vorteil. Wenn ich dann absteigen musste oder mein inneres \u201eIch\u201c einfach nicht weiter wollte, haben \u201eoben\u201c alle auf mich gewartet und mir nie das Gef\u00fchl gegeben, dass ich zu langsam sei. An manchen Steigungen hatte es sogar die eine oder andere E-Bikerin erwischt, so dass sie auch schieben mussten. Hierbei war ich dann wieder etwas im Vorteil, da die Elektrofahrr\u00e4der ja insgesamt schwerer sind als normale Fahrr\u00e4der. Auch gab es die ein oder andere sehr steile Abfahrt, die dann einfach aus Sicherheitsgr\u00fcnden zu Fu\u00df bew\u00e4ltigt wurde. Aber immer hat jeder und jede auf den oder die andere geachtet und gewartet.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <br \/>Zum Mittagessen haben wir im \u00d6rtchen Dahlem Station gemacht. Dort hatten Karin und Maria Tisch und B\u00e4nke auf dem Dorfplatz vor einem ehemaligen alten Schulgeb\u00e4ude aufgestellt und einen Mittagstisch vorbereitet. Auf wundersame Weise erwartete uns dort eine gro\u00dfe Sch\u00fcssel Kartoffelsalat mit Schnitzel und Fisch, alles vom Gasthof Kohlen aus Kleinenbroich zubereitet.<\/p>\n<p>Das Essen war einfach lecker und hat uns f\u00fcr die n\u00e4chsten Kilometer die n\u00f6tige Energie mitgegeben. Von einem Bewohner, der in diesem Schulgeb\u00e4ude lebt, wurden wir begr\u00fc\u00dft und er bot uns an, selbstverst\u00e4ndlich die Toilette in seiner Wohnung nutzen zu d\u00fcrfen. W\u00fcrden wir das f\u00fcr Fremde auch machen?<\/p>\n<p>Nach weiteren Strecken, durch Feld und Wald, durch Wiesen und kleineren Orten, erreichten wir am sp\u00e4ten Nachmittag Gerolstein. <\/p>\n<p>Die Jugendherberge, in der wir Quartier nahmen, liegt auf dem Berg \u00fcber der Stadt Gerolstein. Da der Weg nach oben zur Jugendherberge sehr steil ist und die R\u00e4der ohnehin h\u00e4tten geschoben werden m\u00fcssen, hat Karin uns samt R\u00e4der mit ihrem Wagen hochgefahren.<\/p>\n<p>Nachdem wird dort die Zimmer und auch die Betten bezogen hatten, haben wir uns noch mit restlichem Kuchen aus dem \u201eAuto-Buffet\u201c und dem anschlie\u00dfenden Abendessen in der Jugendherberge gest\u00e4rkt. Das \u00dcbernachten in den einfach eingerichteten Zimmern versetzte einen in die Jugendzeit zur\u00fcck, als man bei Ferienfreizeiten mit 6 Personen in einem relativ kleinen Zimmer einschlie\u00dflich Gep\u00e4ck Platz gefunden hat. Wir waren mit je 2 Personen in einem 5-Bett-Zimmer untergebracht. Das war auch gut so, denn bei unserm \u00fcppigen Gep\u00e4ck h\u00e4tten 5 Personen den Raum wahrscheinlich nur noch schwebend durchqueren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einen sehr sch\u00f6nen Abschluss fand der 2. Tag in der B\u00fcschkapelle in der N\u00e4he der Jugendherberge. Ein Kleinod im Wald, das geradezu zur Ruhe und Besinnung einl\u00e4dt. In Gebeten und Lieder haben wir dort in einer Andacht gemeinsam unseren Lebens- und Pilgerweg betrachtet und Gedanken und Impulse f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage mit auf den Weg genommen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p>Bei einem frischen Cocktail oder einem f\u00fcr die Region typischem Pils haben wir den Tag in der Jugendherberge beendet und sind alle nach einem \u201eh\u00fcgeligen und steilen\u201c Tag in die Betten gefallen.<\/p>\n<p>Mein Rad hat auch diesen Tag gut \u00fcberstanden, ich auch.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Geweckt durch fr\u00f6hliches Vogelgezwitscher aus dem nahen Wald begannen wir den 3. Pilgertag.<\/p>\n<p>Duschen, anziehen, Kofferpacken und noch die Betten abziehen, so wie es in der Jugendherberge \u00fcblich ist. Und das Gep\u00e4ck zum Auto bringen. <\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wurde noch gefr\u00fchst\u00fcckt. Bis auf das etwas seltsam zubereitete R\u00fchrei (etwas blass und ohne!!! Muskatnu\u00df) war das Essen in der Jugendherberge gut und reichhaltig. Immerhin kann man dort noch f\u00fcr kleines Geld \u00fcbernachten und essen. Man hatte alles was man brauchte, ein Dach \u00fcber dem Kopf, ein Bett, in dem man trotz einfacher Matratze sehr gut liegen konnte, und sogar Toilette und Dusche auf dem Zimmer. Wenn man bedenkt, dass viele Menschen auf unserer Erde nur ein d\u00fcnnes Zelt oder gar kein Dach \u00fcber dem Kopf haben, dann ist ein Jugendherbergsaufenthalt mit einfachem Standard dagegen Luxus. Nur an dem R\u00fchrei muss der Koch noch etwas arbeiten.<\/p>\n<p>Gest\u00e4rkt machten wir uns auf den Weg Richtung Trier, das Ziel, das mit jedem Tritt in die Pedalen n\u00e4her r\u00fcckte.<\/p>\n<p>Ein traumhaft sch\u00f6ner Radweg f\u00fchrte uns bei ebenso sch\u00f6nem Sommerwetter durch das Kylltal. Da nur noch wenige Steigungen zu bew\u00e4ltigen waren, konnte man hier sogar beim Fahren \u201edie Seele baumeln lassen\u201c und sich an der sch\u00f6nen Landschaft erfreuen.<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <br \/>Die Freude an diesen sch\u00f6nen Eindr\u00fccken vermischt sich bei mir mit der Vorfreude auf Trier, die bei mir, aber auch bei den anderen st\u00fcndlich wuchs.<\/p>\n<p>Von St. Thomas aus fuhren wir kurz vor Mittag eine kurze Strecke mit dem Zug bis Phillipsheim; die Zugfahrt deshalb, weil hier eine schwere Strecke mit einem H\u00f6henunterschied von 110 m umfahren wurde.<\/p>\n<p>Von dort aus fuhren wir bis Auw, um in einem sehr sch\u00f6nen Lokal das Mittagessen einzunehmen.<\/p>\n<p>In Kordel trafen wird dann am Nachmittag auf die Fu\u00dfpilgergruppe und allen war die Freude am gemeinsamen Wiedersehen anzumerken.<\/p>\n<p>Diakon Messerschmidt hielt f\u00fcr uns alle eine feierliche Andacht in der dortigen Pfarrkirche und anschlie\u00dfend feierten die Fu\u00df- und Radpilger noch ihre Jubilare und Erstpilger.\u00a0\u00a0\u00a0 <br \/>\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 <br \/>Wir Radler aber mussten uns wieder auf den Weg machen, um Trier noch wie geplant vor dem Abend zu erreichen.<\/p>\n<p>Bald fuhren wir den Moselradweg entlang, der zun\u00e4chst \u00fcber eine l\u00e4ngere Strecke durch ein Gewerb-gebiet f\u00fchrte. Nun, da Sonntag war, war wenig Betrieb und wir konnten den Weg dort gefahrlos zur\u00fccklegen.<\/p>\n<p>Auf einmal war sie zu sehen, &#8230;die Mariens\u00e4ule, von wo aus viele Fu\u00dfpilger den ersten Blick auf ihr Ziel, die Matthias-Basilika mit ihrem m\u00e4chtigen Turm, haben.<\/p>\n<p>Das &#8222;Ankommen\u201c am Apostelgrab war f\u00fcr unsere Gruppe jedoch erst f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen mit dem Einzug der Fu\u00dfpilger geplant. <\/p>\n<p>Und so fuhren wird dann vom Moselradweg noch \u00fcber eine Br\u00fccke und ein St\u00fcckchen noch durch die belebte Innenstadt. Nun standen wir vor unserem Hotel \u201eDeutscher Hof\u201c wo viele Pilgergruppen einkehren.<\/p>\n<p>Mit einem guten Abendessen an einer nahezu festlich gedeckten Tafel, endete der Abend in geselliger Runde. Gl\u00fccklich, dass alle gut angekommen waren, suchten wir dann zu sp\u00e4ter Abendstunde unsere Betten auf.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen trafen wir uns alle wieder p\u00fcnktlich am reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fccksbuffet. Anschlie\u00dfend begaben wir uns &#8211; wieder mit den R\u00e4dern &#8211; auf den noch kurzen Weg zu unserem wichtigsten Ziel, der Basilika mit dem Grab des hl. Matthias, um dort gemeinsam mit den Fu\u00dfpilgern einzuziehen.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Strahlender Sonnenschein lie\u00df den Vorplatz der Basilika noch gr\u00f6\u00dfer und heller und die Basilika selbst als imposantes Bauwerk erscheinen.<\/p>\n<p>Erst wenige Besucher waren hier auf dem Platz und es herrschte eine sehr angenehme Ruhe, wobei Orgelmusik auf dem Platz zu h\u00f6ren war, da in der Basilika bereits der Ankunftsgottesdienst f\u00fcr die Pilger aus dem Nachbarort B\u00fcttgen stattfand.<\/p>\n<p>Da wir bis zur Ankunft der Fu\u00dfpilger noch etwas Zeit hatten, wurde erst noch obligatorisch das Pilgerl\u00e4dchen aufgesucht, um das ein oder andere Andenken zu kaufen. Aber auch zahlreiche Kerzen wur-den erworben, um sie anschlie\u00dfend im Dom f\u00fcr die pers\u00f6nlichen Anliegen anzuz\u00fcnden. <\/p>\n<p>Nach und nach erschienen Begleiter der Fu\u00dfpilgergruppe und k\u00fcndeten von der baldigen Ankunft der Fu\u00dfpilger. Zwischenzeitlich hatten sich auch einige Besucher aus Kleinenbroich eingefunden, die Mit-glieder der Rad- und der Fu\u00dfpilgergruppe mit Ihrem Besuch \u00fcberraschten.<\/p>\n<p>Nachdem nun die Fu\u00dfpilger auch ihr Ziel erreicht hatten, zogen wir mit Ihnen gemeinsam zum festli-chen Gottesdienst in die Basilika ein. Im Mittelpunkt standen nat\u00fcrlich auch die Jubilare und die Erst-pilger.<\/p>\n<p>Manch einer war sicherlich den Tr\u00e4nen nahe, vor Ersch\u00f6pfung, Gl\u00fcck oder auch aus Dankbarkeit. Ein jeder hatte so sicherlich sein pers\u00f6nliches P\u00e4ckchen zu tragen und sich daf\u00fcr auf den Weg zum hl. Apostel Matthias gemacht, um dort sein Anliegen vorzutragen und um Hilfe, Mut und Kraft zu bitten.<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <br \/>Nach dem Gottesdienst war die Anstrengung und Anspannung gewichen und es verbreitere sich Fr\u00f6hlichkeit, es wurde sich gratuliert, geherzt und umarmt. Alle strahlten irgendwie mit der Sonne um die Wette. Von meiner Pilgerschwester Resi wurde mir dann ein kleines Pilgerkreuz \u00fcberreicht. Dar\u00fcber habe ich mich riesig gefreut und bei mir flossen dann auch die (Freuden)-Tr\u00e4nen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p>Nach diesem offiziellen Teil fuhren wir zur\u00fcck ins Hotel, die Fu\u00dfpilger waren in einem anderen Quartier untergebracht.<\/p>\n<p>Nun begaben wir uns in die naheliegende, quirlige Altstadt von Trier mit ihrer weitl\u00e4ufigen Fu\u00dfg\u00e4nger-zone und dem sonnigen Marktplatz, mit Brunnen, Blumen-, Obst- und Gem\u00fcsest\u00e4nden, Tauben, vielen Menschen, Sonne satt, zahlreichen Lokalen, Caf\u00e9s, Eiscaf\u00e9s, und nat\u00fcrlich dem Dom, der Porta Nigra und den zahlreichen anderen Kirchen und historischen Geb\u00e4uden und Pl\u00e4tzen. Nach einem Mittagsim-biss, einigen Eink\u00e4ufen, Dom- und Kirchenbesichtigungen wurde am Nachmittag im gro\u00dfen Eiscaf\u00e9 am Marktplatz wieder eine ausgiebige Verschnaufpause eingelegt. Das hochsommerliche Wetter lud auch geradezu zum Eisessen ein. Bei meiner Dombesichtigung habe ich nach langem Suchen auch wieder die Domm\u00e4use gefunden, glaubte mir zwar nicht wirklich jemand, aber es gibt sie tats\u00e4chlich.<\/p>\n<p>Am Abend haben wir dann in der Matthias \u2013 Basilika an der Lichterprozession teilgenommen. Nach einer and\u00e4chtigen Feier, begleitet von wundersch\u00f6ner Orgelmusik, beendeten wir im Hotel in geselliger Runde den sch\u00f6nen Tag in Trier. <\/p>\n<p>Am Dienstag hie\u00df es nun wieder alles packen, im Auto verstauen und nach dem Fr\u00fchst\u00fcck mit den R\u00e4dern zun\u00e4chst zur Matthias-Basilika fahren. Dort feierten wir mit den Fu\u00dfpilgern und anderen Pilgergruppen das Pilgeramt, was auch Abschied von St. Matthias nehmen bedeutete. <\/p>\n<p>Nachdem wir uns von den Fu\u00dfpilgern verabschiedet hatten, verlie\u00dfen wir den Platz von St. Matthias um bei Karin und Maria, die auf dem Parkplatz vor der Basilika standen, noch mal unsere Getr\u00e4nkefla-schen aufzuf\u00fcllen.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Noch ein wehm\u00fctiger Blick zur\u00fcck zur Basilika und dann ging es immer an der Mosel entlang in Richtung Lieser, wieder bei sch\u00f6nstem Sommerwetter und einer auch f\u00fcr mich leicht zu befahrenen Strecke, da es eigentlich ja immer nur bergab ging.<\/p>\n<p>In der N\u00e4he von Th\u00f6rnich, auf einem Feldweg in einem flachen Weinhang war f\u00fcr uns wieder von Maria und Karin der Mittagstisch mit leckeren Kleinigkeiten \u2013 auch heute neumodisch \u201eFingerfood\u201c genannt, gedeckt; auf der nahen Stra\u00dfe Vorbeifahrende schauten neugierig und konnten annehmen, wir seien Winzer und Winzerinnen beim Mittagessen. Zur St\u00e4rkung gab es auch wieder einen Schluck Pilgerwasser, dass uns von lieben Menschen mit auf den Weg gegeben wurde.<\/p>\n<p>Da es sehr hei\u00df war, mussten wir am Nachmittag noch eine weitere Pause in einem kleinen Caf\u00e9 einlegen und uns mit Kaffee und Kuchen st\u00e4rken, wobei die Gruppe von der Jubilarin Marlene und der Erst-Radpilgerin zu diesem Schmaus eingeladen wurden. <\/p>\n<p>In unserm n\u00e4chsten Ziel, dem Ort Lieser, wohnt ja Roni, die \u2013 bis zu ihrem Renteneintritt &#8211; in Kleinenbroich gelebt hat und lange Jahre meine Arbeitskollegin war. Roni wusste zwar, dass eine neue Pilgerin bei der Gruppe war, aber Resi hatte Roni vorgeflunkert, dass sie sie nicht kennen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Im Caf\u00e9 wurde aus einem Schal noch ein Schleier gebastelt, den ich dann als \u201e\u00dcberraschungsgast&#8220; tragen sollte, damit Roni mich nicht direkt erkennen w\u00fcrde. Fahrradhelm und Schleier, na das kann ja lustig werden, dachte ich mir, die anderen hatten jedenfalls ihren Spa\u00df.<\/p>\n<p>Kurz vor Lieser lie\u00df ich mich dann ein St\u00fcck zur\u00fcckfallen, damit ich als \u00dcberraschungsgast ein bisschen sp\u00e4ter ankommen sollte. Ich habe mir dann den Schleier \u00fcbergezogen, wobei ich dann meine Gruppe aus den Augen verloren habe. Anstatt direkt in den Ort hineinzufahren, bin ich ein St\u00fcckchen weiter den Moselradweg gefahren und habe mich dann in Lieser erst mal orientieren m\u00fcsse. Nach gef\u00fchlten 20 Minuten habe ich dann meine Truppe wiedergefunden, die schon ein Suchkomando aussenden wollten. Verschleiert wurde ich nun Roni vorgestellt, die mich jedoch so nicht erkannte. Erst als mir der Schleier abgenommen wurde, fiel Roni aus allen Wolken, denn mit mir hatte sie \u00fcberhaupt nicht gerechnet. Die Begr\u00fc\u00dfung fiel dann nat\u00fcrlich dementsprechend emotional aus.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <br \/>Nachdem wir im idyllisch gelegenen Gasthaus unsere Zimmer bezogen hatten, ging es danach mit Roni zum gemeinsamen Abendessen, wo wir uns viel zu erz\u00e4hlen hatten.<br \/>Nach einem reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fcck am n\u00e4chsten Tag hie\u00df es auch schon wieder Abschied nehmen \u2013 von Roni und vom Ort Lieser. <\/p>\n<p>Bei trockener Witterung fuhren wir recht gem\u00fctlich Richtung Zell, wo wir, \u00fcberrascht von der ersten kurzen Regenschauer auf dieser Tour, zu Mittag a\u00dfen.<\/p>\n<p>Bis zum Bahnhof in Bullay &#8211; unserer Endstation &#8211; war es jetzt nicht mehr weit. Dort warteten Maria und Karin mit dem Begleitfahrzeug schon auf uns. Nun hie\u00df es erst einmal, zum Gep\u00e4ck noch die Fahrr\u00e4-der in den Wagen zu verstauen, da 5 von uns von Bullay aus mit dem Zug weiter nach Hause fuhren.<\/p>\n<p>Zu der leichten Hektik, die sich bei einer solchen Packaktion verbreitet, fing es zu alledem auch noch heftig an zu regnen. War das der Segen von oben f\u00fcr eine gute Heimreise?, oder hatten wir zu wenig gebetet ?, keine Ahnung. Aber Karin und Maria hatten alles im Griff. In einer logistischen Meisterleistung waren Gep\u00e4ck und R\u00e4der im und am Auto dann endlich verstaut. Das Begleitfahrzeug mit Maria, Karin und Peter fuhr nun Richtung Heimat. Wir anderen 5 Pilgerinnen fuhren jetzt mit dem Zug zun\u00e4chst bis Koblenz und von dort aus \u00fcber D\u00fcsseldorf nach Kleinenbroich. In Kleinenbroich angekommen, warteten auch schon Karin, Maria und Peter auf uns. Nachdem wir beiden Pescher uns von den anderen verabschiedet hatten, brachten Karin und Peter uns beide nach Hause zur\u00fcck \u2013 zur\u00fcck in den Alltag.<\/p>\n<p>Nun war ich wieder zu Hause, mein Rad hat gehalten und trotz der technischen Unterschiede habe ich die Tour geschafft. Die anderen R\u00e4der haben auch alle keine technischen Probleme gehabt, keinen Platten, keine Kette abgesprungen, die Akkus haben gehalten. Aber auch alle Teilnehmer haben die Tour ohne gesundheitliche Probleme bew\u00e4ltigt.<\/p>\n<p>Die Tour war bestens organisiert, Dank an Resi, die immer wu\u00dfte, wann und wo es lang geht. Dank an Peter, der immer hinten fuhr, und darauf geachtet hat, dass keine zur\u00fcckblieb. Dank auch an alle anderen, die auf mich, die \u201eNeupilgerin\u201c auf irgendeine Art und Weise aufgepa\u00dft haben.<\/p>\n<p>Dank an Karin und Maria, die uns bestens versorgt haben. <\/p>\n<p>Ich habe neue Pilgerschwestern und einen neuen Pilgerbruder kennengelernt. Ich bin von der Gruppe herzlich aufgenommen worden und es war f\u00fcr mich eine tolle Erfahrung, auf diesem Wege nach Trier zu pilgern.<\/p>\n<p>Die Erfahrungen aus diesen 7 Tagen sind f\u00fcr mich nachhaltig und werden meinen, und ich hoffe auch, den sog. Alltag meiner Mitpilger positiv beeinflussen.<\/p>\n<p>Eure Pilgerschwester<\/p>\n<p>Hannelore Thomas<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor gut einem Jahr erz\u00e4hlte Maria mir begeistert von ihren Erfahrungen bei der Fahrrad-Wallfahrt nach Trier. 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